Die Aluhut-Bohème – oder wie grenze ich mich politisch-intellektuell ab.

Sozialgeschichtlich sind wir an einem Wendepunkt:

Die Verbindung zwischen rechtspopulistischer – und nein, Populismus ist hier tatsächlich als Negativum gemeint, und nicht als Terminus, der lediglich die Strömungen eines Volkes determiniert – und der, nennen wir sie im Vergleich zum gemeinen Angestellten und Arbeiter Subkultur, Subkultur der Randgruppen, weil intellektuell stark ausgeprägte Erscheinungsformen sie bereits ins Abseits stellen – Künstler, Studenten, Töchter und Söhne reicher Eltern, Privatiers, letztere beiden Gruppen müssen sich zumindest über ihren Broterwerb keine Sorgen machen, ist nun manifestiert und augenscheinlich omnipräsent, habe ich die Journalisten vergessen? Das tut mir leid, wusste ich doch nicht, ob ich diese zu den Privatiers oder Künstlern zählen soll. Die Melange zeigt sich in glatzköpfigen Fahnenschwenkern, die neben Blumenkindern marschieren, die aluhutartige Gesten mit Hippiekultur zu einer denkwürdigen Fusion vermengen, die, wenn wir sie musikalisch interpretieren würden, eine völlig neue Musikrichtung etablieren könnte. Ist dieser Satz zu lang? Dann kürze ihn. Es könnte aber sein, dass Du dann in einer Abstraktion landest, die aussieht, wie das Parteiprogramm der AFD. Ich wünsche einen schönen Abend. Blumentöpfe aus Alu sind teuer, können aber, über den Blumen angebracht, als Sonnenschutz die Blumen auch vor der gefährlichen Selbstverwirklichung schützen.

Endlich, ein Zeilenumbruch. Dann warten wir jetzt noch auf den politischen. Herr Ober, bitte die Rechnung. Oder warten Sie, senden sie sie an die Adresse meines Lobbyisten. Ich muss weiter – die Salon’s des 18. Jhd. warten auf mich, in denen schon damals in Paris die Revolutionen angezettelt wurden. Fragen Sie mich bitte nicht, auf welcher Seite ich stehe, das ist streng geheim. Und ja, natürlich gebe ich meinen eigenen Salon, was denken Sie denn? Wie sollte ich sonst eine Gegenkultur zu diesem Wahnsinn entwerfen? Glauben Sie, ich verkörpere nur einen Charakter, bin nicht ich selbst? Das ist lächerlich, fragen sie die Aluhuträger, ob sie vielleicht deshalb vor mir so eine Angst haben, weil ich nicht ich selbst bin. Ja- ich bin außer mir!

Blogillustration:
„La Bohémienne“
Pierre-Auguste Renoir, 1868

Author: Carol Rose

Carol Rose ist ein ursprünglicher Künstlername für den Autor und antipatriarchalen Feminist und Aktivist Dirk Stabernack. Dirk verwendet auch seit 1998 den weiblichen Namen Jasmin in seinem privaten Umfeld. Carol ist selbst keine klassische Frau, sondern sieht sich als Zwischenwesen, nonbinär wäre eine Schublade, die eher passen würde. Der Vorname Carol passt hier sehr gut, da Carol nur im deutschsprachigen Raum als weiblich gelesen wird, international wird Carol auch für Männer verwendet. Im Prinzip aber auf jeden Fall passend ist eine Form der Varianz einer Geschlechtsentwicklung. Carol blogged seit ca. 2013 und ist nun mit ihren Texten auch durch Buchveröffentlichungen (2019) und seit 2020 auch durch die Vertonung ihrer Texte und Romane in das Format von Hörspielen mehr in die Sichtbarkeit gerückt. Carol ist in keiner Partei und auch nicht in einer Organisation. Dadurch kann sie frei argumentieren, sie ändert daher auch ihre eigenen Ansichten ab, wenn ihre Erkenntnisse für sie selbst weiter fortgeschritten sind. Sehr früh hat sie die Begriffe der Identität verlassen und seit ca. 2015 auch Abstand genommen von allen Geschlechterbegriffen, die mit T beginnen. Sie hält diese für Ableitungen aus dem patriarchalen Konstrukt. Selten wirkt Carol Rose öffentlich, ihr Blog war aber der initiale Punkt, dass Frank Plasbergs Talkshow "hart aber fair" 2015 über das Thema Gender wiederholt werden musste. Ein erstmaliger Vorgang überhaupt. Durch Tweets, die sie eine Woche lang fast stündlich abfeuerte, wurden Frauenverbände aufmerksam und schalteten sich in die Debatte ein. Frank Plasberg löschte seinen Twitteraccount 5 Tagen nach der Erstsendung. Carol wirkt aber selten öffentlich, sie zieht es vor, ihre Erkenntnisse in Kunstform in den Mainstream zu bringen, was eine Herausforderung ist, da sich dieser selten freiwillig um Themen kümmert, die nicht unterhalten und nicht interessant erscheinen. Einblicke in diese Arbeit, den Mainstream mit dem Geschlechterdiskurs zu erreichen, findest Du in dem Hörspiel Salammbo: http://traumhafte.salammbowelt.de