Besinnungs- oder Gesinnungspolitik? Das Neue Denken und die Verführung von Rechts.

Querdenker - Verführung von Rechts

Denken ist eine wunderbare Sache. Hinterfragen sowieso. Oder verlässt Du Dich wirklich auf die Signale an der Bahnschranke?

Das Hinterfragen heißt nun Querdenken. Quer – nicht geradeaus. Klingt wie ein Stopp-Schild. Wie Wegelagerer auf dem Geradeausweg.

Oder ist es die Inbrunst, die Ehrfurchtslosigkeit, die mit diesem Begriff untermauert werden soll? Die Berufung dieser Chefredakteure auf Deutschsein, Deutschdenken und Goethe, diese Privathausherren machen jeden zur Karikatur, der sich in ihren Feuilletons nicht mehr wehren kann, weil das Papier auf dem sie ihre Feder drücken, schweigen muss.


Die Coronabombe

aus dem Neudenker-Parteien-Lager durchbricht die Mauern des Sozialismus, rekrutiert Interessen Deiner Defizite.

Der Schreibtisch des Sozialismus wird umgestoßen, auf dem Stuhl nimmt nun das Feindbild per se Platz. Armut und Ausgebeutete verbünden sich, wie von einem Stockholm-Syndrom gehirngewaschen, mit ihren Peinigern.

Sogar Transgender-Genannte tauschen ihre bunten Fahnen gegen zwei- oder dreifarbige Kriegstücher!

Es gab am Wochenende des 28./29./30. August 2020 einen Aufstand der Sonnenblumenkinder, die entführt wurden. Die Wärter ihrer Gehege standen vor dem Reichstagsgebäude. Oder wollen Sie wirklich von der Unredlichkeit ausgehen, die Friedensjünger hätten die Reichsfahnen verführt? Die Fahnen, die den Genozid an den Herero sinnbildlich auf ein Stück Stoff akkumulieren?

Und das noch im 20. Jhd., nach einer Phase im Kaiserreich, wo es an nichts mangelte? Auf der Hochzeit des wirtschaftlichen Wohlstands?

Heinrich Heine hat ein anderes Vaterland beweint, nämlich das romantische, die Heimat, die durch Kapital und Interessen von Mächten zerfressen wurde. Das Ergebnis sahen wir in den Kriegen zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches, im Ersten und im daraus resultierenden Zweiten Weltkrieg. Welches Abendland wird zurückersehnt? Das romantische biedermeierige Techtelmechtel im Rokokogarten oder der Hungerstod der Arbeiterklasse, der mit dem Weberaufstand seinen Anfang nahm?

Gegen welche Missstände schlägt die Kugel der Coronabombe, abgefeuert aus den Think-Tanks der Querdenkerfront, ein? Hat Bertha von Suttner ihr „Waffen nieder!“ umsonst verfasst? Wären Rosa Luxemburg und Clara Zetkin mitgelaufen? An diesem Berlin-Wochenende, der Zäsur einer neuen „Kulturlebendigkeit“?

Soweit also zur gezimmerten Koalition der Neuen Denker.

Ist das Ziel wirklich „Merkel muss weg“? Oder ist es eher „Mein Frust muss weg?“ Meine Minderwertigkeit muss weg? Meine Realisierung meiner Bedürftigkeit nach Liebe muss weg?

Wir sind Zuschauer eines Spektakels in der Großmannstum-Arena. In den Tribünen sitzen AFD und Linke, klatschen kontextsensitiven Beifall immer dann, wenn ihr Protagonist, den sie unterstützen, gerade die Oberhand gewinnt. Ja – es gibt viele Gründe, einen Aufschrei zu gestalten, ohne Suffragetten würden heute Frauen immer noch kein Konto eröffnen können und die Vergewaltigung in der Ehe wäre lediglich eine Ordnungswidrigkeit und die Gewissheit der patriarchalen Gesetzesmacher, das alles seine richtige Rangordnung hat.

Wären diese Frauen dem Hausherren gefolgt, der sie unterdrückt, um sich von ihm verstanden zu fühlen? Querdenken heißt eventuell nicht, ein Weltbürger zu sein, ein Kosmopolit, der Menschsein über Länderbegriffe zu stellen imstande ist. Weder geografisch noch gedanklich.

Lasst uns „Imagine“ von John Lennon in Gedanken hören, während wir wieder auf eine Demonstration der Neudenker gehen, denn das muss dazu führen, dass wir jede Fahne, die Macht und Grenzen ausdrückt, in Gedanken herunterreißen.

Ja, lasst uns gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, gegen Ausbeutung durch das Kapital anschreien.

Aber lasst uns dabei das Denken nicht abschalten.

Ja – ich habe eine Heimat!

Und diese ist nicht mit Mauern und Grenzzäunen umringt, obgleich ich der Hoffnung bin, dass die Liebe immer gewinnt. Wenn ich diese Hoffnung aufgegeben habe, so werden keine Zeilen mehr aus meinen Fingern rinnen.
Keine Bühne für despotisches, ausgrenzendes Gedankengut, die voller Verlogenheit wahre Werte an Machthaber verkauft, es sind die Buchhändler und Schmarotzer nach Freiheit suchender Seelen, die meist zu spät die Gewissheit erlangen, Administratoren des geplanten Betrugs gefolgt zu sein!

Author: Carol Rose

Carol Rose ist ein ursprünglicher Künstlername für den Autor und antipatriarchalen Feminist und Aktivist Dirk Stabernack. Dirk verwendet auch seit 1998 den weiblichen Namen Jasmin in seinem privaten Umfeld. Carol ist selbst keine klassische Frau, sondern sieht sich als Zwischenwesen, nonbinär wäre eine Schublade, die eher passen würde. Der Vorname Carol passt hier sehr gut, da Carol nur im deutschsprachigen Raum als weiblich gelesen wird, international wird Carol auch für Männer verwendet. Im Prinzip aber auf jeden Fall passend ist eine Form der Varianz einer Geschlechtsentwicklung. Carol blogged seit ca. 2013 und ist nun mit ihren Texten auch durch Buchveröffentlichungen (2019) und seit 2020 auch durch die Vertonung ihrer Texte und Romane in das Format von Hörspielen mehr in die Sichtbarkeit gerückt. Carol ist in keiner Partei und auch nicht in einer Organisation. Dadurch kann sie frei argumentieren, sie ändert daher auch ihre eigenen Ansichten ab, wenn ihre Erkenntnisse für sie selbst weiter fortgeschritten sind. Sehr früh hat sie die Begriffe der Identität verlassen und seit ca. 2015 auch Abstand genommen von allen Geschlechterbegriffen, die mit T beginnen. Sie hält diese für Ableitungen aus dem patriarchalen Konstrukt. Selten wirkt Carol Rose öffentlich, ihr Blog war aber der initiale Punkt, dass Frank Plasbergs Talkshow "hart aber fair" 2015 über das Thema Gender wiederholt werden musste. Ein erstmaliger Vorgang überhaupt. Durch Tweets, die sie eine Woche lang fast stündlich abfeuerte, wurden Frauenverbände aufmerksam und schalteten sich in die Debatte ein. Frank Plasberg löschte seinen Twitteraccount 5 Tagen nach der Erstsendung. Carol wirkt aber selten öffentlich, sie zieht es vor, ihre Erkenntnisse in Kunstform in den Mainstream zu bringen, was eine Herausforderung ist, da sich dieser selten freiwillig um Themen kümmert, die nicht unterhalten und nicht interessant erscheinen. Einblicke in diese Arbeit, den Mainstream mit dem Geschlechterdiskurs zu erreichen, findest Du in dem Hörspiel Salammbo: http://traumhafte.salammbowelt.de